Ein Spaziergang der anderen Art – eine neue Chance, eine neue Wahl

Beim letzten Spaziergang haben wir spontan ein Spiel gespielt, ausgedacht von meinem 5-Jährigen Buben. Ich spielte eine Person, die ganz neu hier ist, und er zeigte mir seinen Lieblings-Spazierweg.

Das klingt im ersten Augenblick nicht sehr spektakulär, im Verlauf des Spaziergangs stellte ich mich aber immer mehr darauf ein und erkannte darin eine echte Chance! Ich bin diesen Weg schon x-Mal gegangen, und jedes Mal entdeckte ich Schönes. Dieses Mal jedoch bin ich den Weg noch bewusster gegangen und habe nicht nur die schöne Natur am Wegesrand, sondern den Weg als Ganzes wahrgenommen. Eine schöne Erfahrung, und ich bin sehr gespannt, wie ich den Weg das nächste Mal erleben werde… Zusätzlich habe ich erfahren, was mein Sohn so wahrnimmt und was ihm wichtig ist.

Während des Schreibens dieses Beitrags stelle ich fest: Ich habe immer diese Chance! Immer kann ich entscheiden, neu wahrzunehmen. Jeden Tag, bei jedem Spaziergang, bei jeder Tätigkeit. Ich habe die Chance, und ich habe die Wahl. Immer.

Und je mehr ich schreibe, je mehr ich darüber nachdenke, bemerke ich: Jeder Tag, jeder Spaziergang, jede Tätigkeit ist nie gleich – kann es gar nicht sein, da auch ich nicht gleich bin! Ich bin heute nicht mehr die Person, die ich noch gestern war. Alle Erfahrungen, die ich tagtäglich, in jeder Stunde mache, verändern mich, prägen mich, beeinflussen mich und mein Sein.

Das hat etwas sehr Tröstliches, denn wenn ich immer neu wahrnehmen kann, kann ich auch immer neu bewerten. Das gibt mir jeden Tag, jede Stunde, jede Minute neu die Möglichkeit, mein SEIN so zu gestalten, wie ich es haben und fühlen und wahrnehmen mag.

Ein Gedanke zu “Ein Spaziergang der anderen Art – eine neue Chance, eine neue Wahl

  1. Liebe Barbara,

    was und wie du schreibst, spricht mich an!

    Was du hier beschreibst ist spannend. Die Chance, etwas mal aus einer anderen Perspektive zu sehen, in dem Fall die deines Sohnes, hast du wahrgenommen und bist bereichert worden.
    Wenn ich mit meinem Mann in der Natur unterwegs bin und jeder von uns fotografiert, stellen wir oft fest, dass wir das genaue Gegenteil wahrnehmen. Er oft das ganze weite Bild mit allem drum und ran, mit einem möglichst weiten Blickwinkel. Ich fokussiere sehr gerne auf Details, mache Makros.
    Wenn man sich auf so unterschiedliche Wahrnehmungen einlassen kann, wird man nicht nur bereichert, es verbindet auch. Weil man den anderen besser versteht, die Dinge für einen Moment mit seinen Augen sieht.

    Liebe Grüße
    Marion

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